Dr. Hans-Ulrich Krüger MdB
Ein typischer Arbeitstag
Mein Arbeitstag im Deutschen Bundestag beginnt an diesem - exemplarischen - 16. Juni wie immer sehr früh. Nach ersten Telefonaten sitze ich bereits um acht Uhr mit meinen Kollegen Joachim Poß und Carsten Schneider zusammen, damit wir uns in Sachen Finanzmarkt auf eine Linie für Gespräche mit der CDU/CSU zu dem Thema verständigen können.
Nach einer kompakten Stunde gehe ich zur Arbeitsgruppe Finanzen der SPD. Jede Partei hat ihre Experten, die gemeinsam Inhalte und Strategien zu den verschiedenen Bereichen abstimmen – so auch die SPD.
Als Vorsitzender der AG Finanzen leite ich an diesem Morgen die Sitzung. Bei dem Treffen geht es um die Fortentwicklung der Finanzmarktstabilisierung, da sind auch die Kollegen der AG Haushalt mit dabei. Anschließend gibt es einen Bericht aus der Koordinierungsrunde mit der CDU/CSU, die kommende Plenarsitzung und die Sitzung des Finanzausschusses wird vorbereitet. Danach nutze ich die Zeit, um ganz kurz „nach Hause“ in meine Berliner Wohnung zu gehen – richtig Pause kann man das nicht nennen.
Am Mittag kommen wir dann in der SPD-Fraktion zur Beratung der Plenarwoche zusammen – gemeinsam strittige Themen durchdiskutieren, die Strategie für die einzelnen Tagesordnungspunkte abklopfen, Meinungen innerhalb der Fraktion austauschen sind wichtige Elemente der parlamentarischen Arbeit. Dabei wird auch leidenschaftlich diskutiert und um die beste Lösung gerungen – an diesem Tag stehen die Themen Waffenrecht und Bekämpfung der Kinderpornographie im Internet im Mittelpunkt.
Am Abend folgt der angenehmste Termin des Tages -14 Jugendliche der Schule am Ring Wesel, eine Förderschule mit Schwerpunkt Geistiger Entwicklung, sind mit ihrem Lehrer Michael Overlöper zu einem Besuch im Bundestag. In einem Nebenraum des Plenarsaales sitzen wir entspannt gut eine Stunde zusammen.
Einer der Jungs hat bei einem Autorenwettbewerb für Behinderte der Lebenshilfe gewonnen. Ich schenke ihm zur Belohnung ein Buch. Anschließend berichte ich über die Arbeit im Parlament, die Bedeutung der Politik für Entscheidungen vor Ort. Die jungen Leute sind aufgeschlossen und neugierig. Die Frage, ob ich zu wenig Bewegung bekomme, muss ich bejahen. Ob ich bereut hätte, den Schritt nach Berlin zu wagen - das kann ich gelassen verneinen. „Meine Frau hat gesagt, dass ist das Beste, was Du machen kannst. Und sie hatte recht.“